MARTIN TICHY
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KONVERSIONSFLÄCHEN EINMALIGE CHANCE UND HERAUSFORDERUNG

Konversion = Umwandlung von militärischer in zivile Nutzung

 

Die im Süd-Osten Griesheims liegenden Konversionsflächen zwischen Theiß- und Flughafenstraße umfassen ein Gebiet von rund 13 Hektar; nach Abzug der Flächen, auf

die die TU Darmstadt Anspruch erhoben hat, verbleiben etwa 10 Hektar. Diese seit Jahren brachliegenden Flächen sind für Griesheim eine einmalige Chance. Hier besteht die Möglichkeit, nicht nur über einen Bebauungsplan ein neues Quartier bebauen zu lassen, sondern auch Eigentümer der Grundstücke zu werden, und damit die größtmögliche Gestaltungsfreiheit zu erhalten. Auf meine Anregung hin hat die Stadt im letzten Jahr deshalb einstimmig beschlossen, das so genannte Erstzugriffsrecht für alle Konversionsflächen (ohne Fläche der TU Darmstadt) zu beantragen.

 

Wie wichtig die Kombination von Planungsrecht und Eigentum für die Stadtentwicklung ist, lässt sich sehr gut am „Innenstadtprojekt“ aufzeigen: Ohne größere städtische Grundstücke wäre die Chance auf den Erhalt eines Supermarktes als Nahversorger mitten in der Stadt bereits vor Jahren für immer verbaut worden.

 

Die Herausforderung der um ein vielfaches größeren Konversionsflächen besteht zum einen darin, die städtebauliche Aufgabe als Stadt finanziell und personell zu stemmen. Zum anderen gilt es, das neue Quartier so zu planen und zu entwickeln, dass es sich in die vorhandene Umgebungsbebauung integriert, die sich bietenden Chancen für bezahlbaren Wohnraum nutzt, und die Fehler und Mängel der jüngsten Neubaugebiete nicht wiederholt werden. Gleichzeitig sind der zusätzliche PKW-Verkehr und die jetzt schon vorhandenen Schleichverkehre im südöstlichen Stadtgebiet neu zu ordnen und möglichst zu reduzieren.

 

Meine städtebaulichen Ziele als Bürgermeister für die Konversionsflächen sind:

 

  • Eine Mischung von gefördertem und bezahlbarem Wohnraum mit frei am Markt finanzierten Wohnungen, mit Schwerpunkt auf bezahlbarem Wohnraum (Kaltmieten um 8,- €/m²). Dieser wurde in den letzten Jahrzehnten in Griesheim vernachlässigt.

 

  • Ein relativ dicht bebautes Quartier, das jedoch auf Wegen und Plätzen eine hohe Aufenthaltsqualität bietet. Um dies zu erreichen, ist es aus meiner Sicht erforderlich, dass innerhalb des Quartiers nur ausnahmsweise PKW-Verkehr stattfindet und Wohnen und Stellplätze mit Hilfe von Quartiersgaragen entkoppelt werden.

 

  • Das Quartier soll eine eigene soziale Infrastruktur (z.B. Kindertagesstätte, die ggf. als „Zweigstelle“ einer schon in der Nähe vorhandenen Kita organisiert sein könnte) und Nahversorgungseinrichtungen (z.B. Kiosk, Bistro, Hausarzt) erhalten. Letztere möchte ich nicht in gesonderten Gebäuden unterbringen, sondern möglichst im Erdgeschoss in die Wohngebäude integrieren.

 

  • Für die Flächen am ehemaligen Hubschrauber-Hangar sehe ich Chancen, sie für Handwerk und handwerksnahe Dienstleistungen aus den Bereichen Bauen, Sanieren und regenerative Energien zu entwickeln.

 

  • Das Gewerbe auf am ehemaligen Hubschrauber-Hangar sehe ich als Verbindung und mögliche Keimzelle für meine Vision das auf Darmstädter Gemarkung liegende ehemalige „Stars&Stripes“ Gelände am Südende der Flughafenstraße gemeinsam mit Darmstadt als interkommunales Gewerbegebiet zu entwickeln.

 

  • Für die Bebauung der einzelnen Baufelder sollen nicht nur möglichst viele verschiedene Bauträger und -genossenschaften gewonnen werden, sondern auch von Privaten getragene Projektgruppen, die eigene Ideen von so genannten „Neuen Wohnformen“ umsetzen wollen.

 

  • Basis für eine zeitnahe und erfolgreiche Realisierung, mit einer hohen Akzeptanz bei allen Beteiligten und den Anwohnern, ist eine frühzeitige, qualifizierte und neutral moderierte Bürgerbeteiligung, die den gesamten Konversionsprozess kontinuierlich begleitet und mitgestaltet.

 

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