MARTIN TICHY
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KLIMASCHUTZSTADT GRIESHEIM

Können wir das Ziel gemeinsam noch erreichen?

 

Im Jahr 2006 hat die Stadtverordnetenversammlung parteiübergreifend beschlossen, dem europäischen Klimabündnis beizutreten, und sich damit zur Senkung des CO2-Ausstoßes um 10% alle 5 Jahre verpflichtet. Dies entspricht (bezogen auf das Basisjahr 1990) einer Reduktion von ca. 47% bis 2020 bzw. ca. 57% bis 2030.

 

Beide Ziele wird Griesheim ohne weitere Maßnahmen weit verfehlen, wie eine im Jahr 2015 auf Drängen der Fraktion B90/DIE GRÜNEN erstellte CO2-Bilanz mit Prognose ergeben hat. Trotz des eindeutigen Auftrages aus dem Jahr 2006 wurden seitdem keine weiteren Maßnahmen angegangen, ausgearbeitet oder verabschiedet. Selbst die in der Bilanz enthaltene Aussage zu weiteren Maßnahmen „Bis zum Jahresende 2015 wird eine aktuelle und konkrete Darstellung den städtischen Gremien vom Magistrat vorgelegt“ (Seite 12) wurde nicht eingehalten.

 

Die Selbstverpflichtung für das Jahr 2020 wird Griesheim nicht mehr erfüllen können; dazu wurde schlicht zu wenig getan. In der Bilanz aus 2015 heißt es dazu: „Um den Zielwert der Stadt 2020 erreichen zu können, müsste gegenüber dem Stand 2012 63,3% CO2 eingespart  werden.“ Dies ist nicht machbar, zumal in den Jahren 2015 und 2016 erneut nichts Relevantes geschehen ist.

 

Der Schlüssel dafür, zumindest das Ziel für das Jahr 2030 zu erreichen, liegt in den Handlungsfeldern „energetische Sanierung der Wohngebäude“ und „Mobilität“.

 

Die von der Kreditanstalt für Wiederaufbau 2013/2014 finanzierte Potentialanalyse des Quartiers zwischen Wilhelm-Leuschner-, Flughafen-, Lilienthal- und Jahnstraße hat ein Einsparpotential für Strom und Wärme von 25% bis 2030 im Rahmen anstehender Sanierungen ergeben. Mir ist bewusst, dass dieses Potenzial nur gehoben werden kann, wenn in dem Gebiet private Hausbesitzer, Unternehmen, Stadt und Landkreis aktiv mitarbeiten, aber der Stadt kommt eine Schlüsselrolle zu, die sie nach meiner Auffassung bisher in keiner Weise wahrnimmt. „Klimaschutz“ ist bisher nur eine Worthülse, mit der sich die noch amtierende Bürgermeisterin schmückt. Das muss sich ändern.

 

Im Rahmen der Beschlüsse zum Kommunalen Investitionsprogramm (KIP) habe ich erfolgreich darauf gedrungen, dass wir bei der Sanierung von städtischen Gebäuden nicht nur Teile der Außenflächen sanieren, sondern stets die komplette Außenhülle. Dies dient nicht nur dem Klimaschutz, sondern spart gleichzeitig Geld bei der Sanierung und der Bauunterhaltung.

 

Als Bürgermeister möchte ich folgende Punkte angehen:

 

  • Ausweitung des Kommunalen Energiemanagements auf die städtischen Wohnungen. Die Stadt soll im Bereich “Energetische Sanierung von Wohngebäuden“ ihre Vorbildfunktion endlich wahrnehmen.

 

  • Erarbeitung eines „stadt- und klimaverträglichen Verkehrsleitbildes mit Maßnahmenpaket“ mit dem Ziel, den CO2-Ausstoß durch den innerstädtischen Verkehr bis 2030 um mindestens 30% gegenüber 1990 zu reduzieren. Dieses Leitbild möchte ich im Rahmen eines Verkehrsforums gemeinsam mit Bürgern, Interessensgruppen, der Verwaltung und der Politik erarbeiten.

 

  • Eine Initiative von Handwerk, Fachhandel, Wohnungsbaugesellschaften, privaten Eigentümern und der Stadt mit dem Ziel, den Verbrauch von Strom und Wärme um 25% bis 2030 zu reduzieren und gleichzeitig den Anteil regenerativer Energieträger auf 30% gegenüber dem derzeitigen Stand zu steigern.
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